Hilft Schnarchen gegen die Hitzewelle?

Folgende Szene neulich nachts bei uns im Schlafzimmer – keine Angst, es bleibt jugendfrei – Mann schnarcht lautstark, Frau wacht davon auf und schubst ihn mehr oder weniger (eher weniger, geb ich zu) liebevoll an: „Ey, Du schnarchst.“
Er: „Ja, aber es ist so warm!“ – mit einer Selbstverständlichkeit als hätte er gerade das Wundermittel gegen hitzebedingte Schlaflosigkeit persönlich erfunden. Zum Glück war ich wegen selbiger bereits schlecht gelaunt genug, sonst hätte ich wohl mitten in der Nacht einen Lachanfall gehabt.

Dabei wusste er nur nicht, dass er selbst im Halbschlaf die Bedeutung von Kausalität und Korrelation verwechselt hat. Das machen wir Menschen nämlich grundsätzlich ganz gerne, einfach um Energie zu sparen: Irgendwelche random zeit- und/oder ortsgleich stattfindende Ereignisse in einen pseudo-sinnvollen Kausalzusammenhang zu phantasieren. Wie die Begründung, dass man(n) doch natürlich schnarchen müsste, weil sommerliche Temperaturen im Schlafzimmer herrschen. Ist doch klar. Oder wie in manchen Landstrichen eine hohe Storch-Population mit einer außergewöhnlichen Geburtenrate korreliert und Leute sich lustige Märchen ausdenken, wie diese beiden Phänomene wohl zusammenhängen. Dabei ist „korreliert“ das Schlüsselwort – denn Störche und Babies mögen zwar in irgendeinem räumlichen Zusammenhang stehen, das eine ist allerdings nicht die Begründung/Kausalität für das andere. Genauso wenig, wie mein Mann nachts um eins mit der Wärme-Ausrede aus der Schnarch-Schubs-Nummer rauskam.

Warum ich das hier schreibe? Beobachte Dich bzw. Dein Gehirn doch einfach mal! Wo erstellt es vielleicht ähnliche, nicht ganz so offensichtliche Quatsch-Zusammenhänge? Und wenn Dir das jetzt einmal aufgefallen ist – glaubst Du noch alles, was Du denkst?

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