Kein Bock mehr auf Motivation

Heute fahre ich bocklos nach Berlin. Es waren wohl die Reste pre-coronaler Reisepläne (USA 2020 hat offensichtlich nicht sein sollen), die mich vor einem Jahr schon Karten für Rob Bell’s „everything is spiritual“-Tour haben kaufen lassen. Und es gibt Tage, an denen ist die Schwerkraftanziehung meines Bettes morgens um 5:15 Uhr stärker als gewöhnlich. Heute ist so einer, und eigentlich weiß ich auch mittlerweile die Zeichen zu lesen, dass „something’s up“, wenn ich mich so fühle …

Andererseits ist das ja mit den Gefühlen so eine Sache, ne? Merke:

Gefühle = f(Bewertung)

… und ich habe auch gelernt, wie andere Gefühle nur von anders MACHEN kommen.

Also, im Sinne von „trust the process“, „follow the flow“ (mit einer ordentlichen Prise innerlichem Augenverdrehen), „Du bist der Schöpfer Deiner Lebensgeschichte“ – und wie die schönen Sprüche alle heißen – kann ich sagen: Du brauchst keine Motivation, um morgens aus dem Bett zu kommen. Du brauchst wahrscheinlich nicht mal zwei Beine, nur etwas Muskelkraft, nur eine starke Absicht für Veränderung (und vielleicht einen mittelgroßen Kaffee). Denn wenn Du dann am Bahnhof ankommst und alle geplanten Regionalzüge in Deine gewünschte Richtung fallen schon seit 6 Uhr morgens aus oder haben wahlweise mehrstündige Verspätungen; und der Bahnsteig ist voller genervter Menschen und Du könntest kotzen und auf jeden Fall lieber gleich wieder zurück … ja, kannst Du alles machen. Du kannst Dich allerdings auch erinnern, dass Du eine neue Lösung findest. Zum Beispiel gleich in diesem komischen Smartphone-Dingen, das Du eh die ganze Zeit mit Dir rumschleppst. Damit kann man AUCH in Zeiten von Sparfuchsigkeit und nationalem 9€-Ticket-Hype eine ICE-Fahrkarte kaufen und am Ende sogar drei Stunden früher als geplant in Berlin sein werden!

Wenn Du dann noch genug Arsch in der Hose hast (und zugegebenermaßen, ein gewandelter Context weg von „ich muss das alles alleine schaffen“ ist auch echt hilfreich), im Hotel anzurufen, nach früherem CheckIn zu fragen und – mein Leben ist ein liebevolles Wunder! – der freundliche Concierge meldet den Zimmermädchen Deine Zimmernummer, damit sie dieses als erstes machen …

Es könnte auch ein schöner Tag werden. Ich hab Bock, Berlin.

Ist zufällig noch wer da? Ich könnte bestimmt heute Nachmittag noch einen nächsten Kaffee brauchen 😉

[16 Stunden später] PS: Fangirl-Momente = f(einfach machen)

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